Weinwanderweg

Erwandern Sie sich das Wissen über den Wein

Durch die Weinberge Gau-Heppenheims führt ein ausgesprochen lehrreicher Weinwanderweg, bei dem Sie nicht nur eine ganze Menge über den Weinbau, Rebsorten und die Geschichte des Weins lernen, sondern auch viele wunderschöne Ausblicke genießen können. Auf 2,3 km Länge kommen Sie vorbei an mehreren Tafeln mit Wissenswertem über Wein und den jeweiligen Standort. Ungefähr auf der Hälfte des Weges können Sie an einem Rastplatz mit Picknick-Tisch eine Pause einlegen.

Hier die Karte unseres Weinwanderwegs

Weitere Informationen und Fotos der einzelnen Stationen: http://www.weinlehrpfade.de/rheinhessen/gau-heppenheim/gauheppenheimpopup/gauheppenheimpopup01.htm

Becks Wingertsheisje „In der Heilig“ in Gau-Heppenheim

Auch bekannt als „s Becke Heisje“, gehört dieses historische Wingertshäuschen zu den typischen Weinbergshäusern in Rheinhessen. Solche Bauten dienten Winzern als Schutz- und Arbeitsräume. Die meisten stammen aus dem 20. Jahrhundert und weisen eine rechteckige oder runde Form auf.

Geschichte und Bauweise

Becks Wingertsheisje wurde 1909 aus Kalkbrocken und Bruchsteinen errichtet, die in den umliegenden Weinbergen und Feldern gefunden wurden. Durch Erdabtragungen ist der flache Sockel teilweise zugeschüttet. Große Sandsteinquader dienen als Türschwelle und -sturz. Die erhöhte Lage des Häuschens bietet einen wunderschönen Blick über Gau-Heppenheim bis nach Alzey.
Im Inneren des Häuschens befindet sich ein Brunnen, der eine zentrale Rolle bei der Arbeit im Weinberg spielte. Triebe wurden früher mit Heftbändchen aus Stroh befestigt, die feucht gehalten werden mussten, um elastisch zu bleiben. Diese wurden hier befeuchtet. Auch in ökologischer Hinsicht war das Haus fortschrittlich, wie die noch heute sichtbare Begrünung zeigt.

Eigentümer und Renovierungen

Der ursprüngliche Erbauer, Peter Beck, orientierte sich an französischen Vorbildern, die er 1871 kennengelernt hatte. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Wilhelm Beck das Häuschen, dessen Tochter Annelore Held heute Eigentümerin ist. Der dazugehörige Weinberg wird von Oliver Becker bewirtschaftet.

Durch Verwitterung wurde das Gebäude 1970 verputzt und später gestrichen. 1990, anlässlich des Verbandsgemeindefestes, wurde es renoviert und in seinen ursprünglichen Zustand ohne Verputz zurückversetzt. Weitere Informationen zur Bauweise sind im Buch „Weinbergshäuser“ von Wolfgang Bickel (Wernersche Verlagsgesellschaft Worms) zu finden.

Kulturelle Bedeutung

Das Häuschen liegt direkt am 2002 eingeweihten Weinwanderweg, ein Stück oberhalb des Andachtsplatz Dornweide. Aufgrund der tollen Lage war es eine feste Station der Funselfahrt während des Urbansfests an Pfingsten.

Im Laufe der Jahre diente es auch als künstlerisches Motiv: 1990 zeichnete Ehrhard Hütz das Bauwerk, beim Verbandsgemeindefest zierte es ein Probiergläschen und Einladungskarten.

Besondere Merkmale

Das Gebäude ist ein kräftiger, gedrungener Rundbau mit starker Mörtelbettung aus regionalen Materialien. Die ursprünglichen Fensteröffnungen wurden später zugemauert, da Kinder wiederholt ins Innere gelangten.

Die flach gewölbte Decke ist innen verputzt, stellenweise sind Feldsteine sichtbar. Ein Ofenrohr befand sich in der rückwärtigen Deckenseite, sowie ein Wandschrank gegenüber der Tür. Die Schwengelpumpe über dem Brunnenschacht weist auf eine unterirdische Wasserader hin. Über der Tür befinden sich Inschriften, die auf Eigentümer und Renovierungen verweisen.

„s Becke Heisje“ ist ein historisches Zeugnis der rheinhessischen Weinbautradition und ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kulturinteressierte.